Die Gesundheit des neuen Familienmitgliedes liegt jedem Hundebesitzer besonders am Herzen, nicht nur aber besonders auch im Welpenalter.
Der Züchter hat bereits in den ersten Lebenswochen alles dafür getan, dass Ihr Welpe einen guten Start ins Leben hat. Wenn Sie Ihren Welpen vom Züchter übernehmen, ist dieser bereits mehrfach entwurmt und einmal gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose geimpft worden.
Ab jetzt ist es Ihre Aufgabe, für die Gesunderhaltung Ihres Welpen zu sorgen. Informieren Sie sich spätestens jetzt beim Züchter Ihres Welpen darüber, wann die nächste Impfung und Entwurmung fällig und wie viel Bewegung und welche Ernährung der gesunden Entwicklung Ihres Vierbeiners zuträglich sind.
Ausgehend vom Urahnen Wolf sollte man sich vor Augen halten, dass der Junghund erst etwa im Alter von 8 bis 9 Monaten beginnt, das Rudel auf größeren Streifzügen zu begleiten. Bis dahin besteht der Tagesablauf aus kurzen Bewegungsintervallen mit größeren Schlaf- und Ruhepausen.
Unsere Welpen hingegen werden (ganz anders als der Wolf) mit hochkalorischem (sehr energiereichem) Futter ernährt und geraten daher oft in einen erheblichen Energieüberschuss und Bewegungsdrang, den der Besitzer nur mit ausgiebigen Spaziergängen zu befriedigen können glaubt. Dies führt in einen Teufelskreis, da der Junghund durch viel Bewegung natürlich immer bessere Kondition erhält, sprich, immer längere Spaziergänge benötigt, damit er endlich mal müde ist.
Es gibt tatsächlich Hundebesitzer, die mit einem 6 Monate alten, 30 kg schweren Junghund täglich 3 Mal eine Stunde spazieren gehen und zusätzlich eine Stunde "Spielgruppe" erlauben (damit sich der Kleine auch ordentlich sozialisiert).
Die Kombination "gute" Fütterung (häufig gleichzusetzen mit Übergewicht) und viel zu starke körperliche Beanspruchung sind allerdings – natürlich neben einer genetischen Disposition – mit ein Grund dafür, dass sich bei großwüchsigen Rassen in diesem Alter degenerative Gelenksprobleme (HD/ED/OCD) entwickeln können, die dem Hund u. U. ein Leben lang Probleme bescheren.
Hier das richtige Maß zu finden, stellt für viele Besitzer ein großes Problem dar. Natürlich gibt es auch keine Pauschalregeln wie 5, 15 oder 30 Minuten. Schon gar nicht kann man auf den Hund hören nach dem Motto "der weiß schon, wann er genug hat..."; denn die meisten Welpen werden durch ihren Spieltrieb, ihr Temperament u. a. dazu getrieben, sich weit über ihre eigentliche Belastungsgrenze hinaus anzustrengen.
In jedem Falle gilt aber, dass man einen Hund (großwüchsiger Rassen mit Tendenz zu Gelenksproblemen) bis zu 12 Monaten eigentlich nicht zu wenig, sondern nur zu viel bewegen kann.
Den Einwand, ein Welpe müsste sich schließlich sozialisieren und hierfür wären ausgiebige Welpenspielstunden geradezu ideal, kann man mit Blick auf die Entwicklungsphasen eines Welpen getrost vergessen, da sich in puncto Sozialisierung nach der 16. Woche nicht mehr viel tut. Das Einschränken dieser auf Hundeplätzen weit verbreiteten "Tobe-Orgien" muss auch nicht bedeuten, dem Junghund jeglichen Kontakt mit anderen Hunden zu verbieten. Allerdings sollte dieser dosiert und durchdacht erfolgen und nicht hauptsächlich dazu dienen, dass Herrchen und Frauchen in Ruhe den neuesten Klatsch austauschen können.
Umfangreiche wissenschaftliche Studien zum Thema HD/ED haben gezeigt, dass man bei genetisch schlecht veranlagten Hunden durch strikte Bewegungseinschränkung in Kombination mit entsprechender Fütterung die Entwicklung von Gelenksproblemen verhindern oder zumindest stark reduzieren kann.
KURZ: Die meisten Welpen großwüchsiger Rassen werden von ihren Besitzern im 1. Lebensjahr in puncto Bewegung unwissentlich massiv überbeansprucht. Ich persönlich halte einen 20-minütigen, flotten Spaziergang im ersten Lebensjahr schon eher für lang.
Dr. med. vet. Susanne Wisniewski
Kleintierklinik in Iffezheim
An der Rennbahn 16a
76473 Iffezheim
Hundewelpen sind kleine Entdecker. Sie tollen herum, beschnüffeln alles und jeden und kommen so natürlicherweise mit Keimen in Berührung. Das ist nicht zwangsläufig schädlich, sondern trainiert das Immunsystem. Es gibt allerdings Krankheiten, vor denen die jungen Entdecker vorab geschützt werden sollten, weil die Erreger eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit darstellen – unter Umständen auch für die gesamte Hundepopulation. Zu diesem Zweck gibt es Impfungen. Sie sind das medizinisch wirkungsvollste Schutzinstrument gegen bösartige Bakterien und Viren, bei gleichzeitig geringem Nebenwirkungsrisiko.
Den Grundstein für ein gesundes Hundeleben legt die so genannte Grundimmunisierung. Sie besteht in einigen Fällen aus drei Einzelimpfungen in der 8., 12. und 16. Lebenswoche und wird durch eine weitere Impfung im 15. Lebensmonat abgeschlossen. Zu den Krankheiten, vor denen laut Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinär (StIKo Vet.) jeder Hund zu jedem Zeitpunkt geschützt sein sollte, gehören Parvovirose, Leptospirose, Staupe und Hepatitis contagiosa canis (HCC) und Tollwut. Und für Hunde, die sich viel in der freien Natur aufhalten und daher Zecken ausgeliefert sind, wird ab der 12. Woche zusätzlich die Borreliose-Impfung empfohlen.
Schema für Impfungen gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten
Impfungen schützen nicht nur Ihren Hund vor schlimmen, möglicherweise tödlich verlaufenden Krankheiten, sondern verhindern durch den flächendeckenden Einsatz Epidemien in der Hundepopulation. Aber auch für Ihre eigene Gesundheit sind Hundeimpfungen wichtig. Denn Krankheiten wie Leptospirose oder Tollwut können auf den Menschen übertragen werden. Sprechen Sie daher mit Ihrem Tierarzt. Er wird Sie zur besten Vorsorge für Ihr neues Familienmitglied beraten.
Ein Hund bereichert das Leben außerordentlich. Damit die Freuden eines gemeinsamen Lebens lange anhalten, muss sich jeder Tierhalter auch mit unangenehmen Themen beschäftigen. Denn Hunde sind beliebte Wirtstiere für Parasiten. Vor allem Zecken, Flöhe und Würmer rücken kleinen Vierbeinern zu Leibe. Die Schmarotzer sind nicht nur lästig, sondern stellen ein bedeutendes Risiko für die Welpengesundheit dar – manchmal auch für den Menschen. Parasitenbekämpfung ist daher ein Muss für jeden Hundefreund.
Quelle: VDH