Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten können durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden, die zum Teil durch Parasiten übertragen oder durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen ausgelöst werden. Einige Infektionskrankheiten können sowohl bei Menschen als auch beim Hund auftreten – manche sind auch vom Hund auf den Menschen übertragbar (Zoonosen).

Hier werden einige mögliche Infektionskrankheiten aufgeführt und beschrieben. Wirksame Impfungen stehen gegen bestimmte der hier aufgeführten Krankheiten zur Verfügung und sind z. T. in den Zuchtordnungen des DRC vorgeschrieben. Grundimmunisierungen gegen diese und andere hier nicht aufgelistete Infektionskrankheiten, wie z. B. Tollwut oder Hepatitis, müssen vor der Abgabe der Welpen an die neuen Besitzer durch den Züchter durchgeführt werden.

 

Weitere aktuelle Informationen zu den genannten und einigen weiteren Krankheiten finden Sie auch über Wikipedia. Selbstverständlich ersetzen diese Informationen aber nicht die ausführliche Beratung durch einen Tierarzt Ihres Vertrauens.

Zwingerhusten

KANN JEDEN HUND TREFFEN – NICHT NUR BEI ZWINGERHALTUNG

Zwingerhusten ist eine Erkrankung der oberen Atemwege des Hundes und kann durch verschiedene Erreger über die Luft oder durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Leben mehrere Hunde auf engem Raum zusammen (etwa in einem Zwinger), infizieren sie einander schnell, was der Krankheit den Namen gab. Erhöhtes Infektionsrisiko besteht auch dort, wo sich Hunde aus unterschiedlichen Haltungen im Rahmen von Veranstaltungen (z. B. bei einer Hundeausstellung oder in einer Welpengruppe) begegnen und dabei engen Kontakt miteinander haben. Dies trifft auch auf den Aufenthalt in Tierpensionen oder Tierheimen zu.

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Staupe

FÜR UNGEIMPFTE HUNDE HOCH ANSTECKEND MIT OFT TÖDLICHEM VERLAUF

Bei der Staupe handelt es sich um eine durch ein Paramyxovirus (RNA-Virus) hervorgerufene, hoch ansteckende Infektionskrankheit bei Hunden und anderen terrestrischen Carnivoren wie Fuchs, Wolf, Dingo, Kojote, Schakal, Frettchen, Nerz, Wiesel, Waschbär und Seehund. Hauskatzen lassen sich zwar mit dem Virus infizieren, zeigen jedoch keine Symptome. Während ein Zusammenhang mit der Multiplen Sklerose des Menschen inzwischen ausgeschlossen wurde,steht diese Abklärung mit Morbus Paget noch aus (König, Moritz und Thiel 2007).

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Parvovirose

WELTWEIT VERBREITET MIT AKUTEM, OFT TÖDLICHEM VERLAUF UND HOHEM RISIKO FÜR SPÄTFOLGEN

Die Parvovirose ist eine hochansteckende, weltweit verbreitete Viruserkrankung, die insbesondere für ungeimpfte Hunde eine große, mitunter tödliche Gefahr darstellt. Sie wird durch das canine Parvovirus (CPV) hervorgerufen. Dabei handelt es sich um ein sehr widerstandsfähiges behülltes DNA-Virus, das Monate, u. U. sogar in der Umwelt überleben kann. Die erste dramatische Epidemie, im Laufe derer Tausende Hunde verendeten, trat in den 70er Jahren auf, noch bevor Schutzimpfungen gegen diese Virusinfektion zur Verfügung standen. 1978 wurde erstmals das Virus CPV-2 in den USA isoliert (König, Moritz und Thiel 2007). Schon bald nach dem ersten Auftreten des ursprünglichen Stamms CPV-2 kam es zur Bildung der neuen Varianten 2a und 2b, die CPV-2 weltweit ersetzten. Sie unterscheiden sich durch Aminosäureveränderungen im VP-2 Protein. Im Jahr 2000 wurde zunächst in Italien ein neuer Typ isoliert, der in der italienischen Hundepopulation inzwischen das CPV-2b ersetzt. Diese Mutante wird als neue antigene Mutante 2c bezeichnet. CPV-2c tritt mittlerweile in vielen Ländern wie Spanien, Deutschland und Großbritannien auf – was gerade auch für das Reisen mit Hunden von Bedeutung ist. Ihre weltweite Verbreitung setzt sich auch in Südamerika fort, wo sie erstmals in diesem Jahr als Erreger schwerer blutiger Magen-Darm-Entzündungen beschrieben wurde.

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Leptospirose

MELDEPFLICHTIGE – AUCH AUF DEN MENSCHEN ÜBERTRAGBARE – TIERKRANKHEIT

Die Leptospirose der Hunde ist eine weltweit vorkommende, durch Leptospiren (sogenannte Spirochäten, eine Bakteriengruppe) hervorgerufene, ansteckende Infektionskrankheit. Sie kann in verschiedenen Formen auftreten. Die Mortalitätsrate liegt bei etwa 10 %. Auch eine Infektion des Menschen (siehe Leptospirose) durch den Hund ist möglich, die Leptospirose ist eine Zoonose. Auch andere Tierarten können an Leptospirose erkranken, wobei meist spezifische Leptospirenarten Haupterreger sind. Klinisch äußert sich eine Leptospirose durch Fressunlust (Anorexie), Erbrechen und Fieber. Später sind die Tiere abgeschlagen, bewegungsarm, zeigen eine erschwerte Atmung, manchmal auch Gelbsucht (Ikterus), Blutungen (Hämorrhagien) und Gewebsdefekte (durch Nekrosen bedingte Erosionen) der Maulschleimhaut, Muskelzittern (Tremor) oder blutigen Stuhl infolge einer schweren Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis). Die verschiedenen Serovare haben unterschiedliche Zielorgane. Während die Serogruppen Canicola und Grippotyphosa vor allem die Niere schädigen, befallen Icterohaemorraghiae und Pomona meist die Leber.

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Parasitäre und bakterielle Krankheiten – Gefährliche "Urlaubsmitbringsel"

RISIKEN BEI FERNREISEN

Durch Fernreisen in tropische oder Mittelmeerländer werden unsere vierbeinigen Reisebegleiter dort leider auch mit Krankheiten konfrontiert, die es in Deutschland nicht bzw. noch nicht gibt. Ziehen Sie deshalb vor Reiseantritt unbedingt Ihren Tierarzt zu Rate, um wenigstens die prophylaktischen Schutzmaßnahmen auszuschöpfen.

Babesiose, Piroplasmose

Leishmaniose

Ehrlichiose

Dirofilariose

Sie sehen, die "schönste Zeit des Jahres" kann Tücken für Ihr Tier haben. Schützen Sie es deshalb unbedingt zumindest gegen Zecken. Informieren Sie sich bei Ihrem Tierarzt, ob Sie vor Reiseantritt prophylaktisch etwas tun können. Und falls Ihr Tier erkrankt und Sie es mit unklaren Symptomen beim Tierarzt vorstellen, denken Sie daran, den letzten Auslandsaufenthalt zu erwähnen, auch wenn dieser bereits Monate oder sogar länger zurückliegt. Die Inkubationszeit vieler exotischer Krankheiten kann nämlich sehr lange sein.

 

Sollten Sie sich im Ausland in ein streunendes Kätzchen oder einen herrenlosen Hund verlieben und ihm in Deutschland ein neues Zuhause geben wollen, beachten Sie zum einen, dass dieses Tier bereits infiziert sein kann, und zum anderen, dass auch die Bundesrepublik Einfuhrbestimmungen hat (Gesundheitszeugnis, gültige Tollwutschutzimpfung). Bitte halten Sie sich an die Bestimmungen, um nicht in Deutschland Krankheiten einzuschleppen, die wir bei uns zum Glück noch nicht haben. So sind zum Beispiel durch den Import spanischer Hunde und Katzen in deutsche Tierheime Leishmaniosefälle auch in Deutschland aufgetreten, obwohl die Tiere angeblich sogar getestet waren. Das Problem hierbei ist die Diagnostik: Bluttests sind, vor allem beim gesund erscheinenden Tier, äußerst unsicher, Sicherheit verschafft die Untersuchung einer aufwendigen Knochenmarkspunktion, die aber routinemäßig nicht durchgeführt wird.

 

© Dr. Anja Rübelt, 2001

 

Der Artikel erschien am 14.07.1998 in der Gießener Allgemeinen Zeitung. Die Wiedergabe erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Autorin und des Verlags.

Weitere aktuelle Informationen zu den genannten und einigen weiteren Krankheiten in Urlaubsländern finden Sie auch über Wikipedia.

Borreliose

Schreckgespenst einer Krankheit bei Mensch und Hund?

Keine anderen Parasiten ärgern Hundebesitzer mehr als Zecken: Außer im kalten Winter kommen unsere Hunde nach fast jedem Spaziergang im Grünen mit diesen Plagegeistern im Fell nach Hause und wir fragen uns, was wir gegen diese Parasiten unternehmen können, von denen es immer wieder heißt, dass sie gefährliche Krankheiten übertragen können, nicht nur auf den Hund, sondern auch auf uns Menschen. Zwei von Zecken übertragene Erreger sind bei uns in Mitteleuropa am meisten gefürchtet: Die durch Borrelien (Bakterien) hervorgerufene Lyme-Borreliose und die virusinduzierte "Frühsommer-Meningo­enze­pha­litis" (FSME), eine Form der Hirnhautentzündung. In diesem Artikel sollen alte und neue Erkenntnisse über die Lyme-Borreliose, ihre Vorbeugung und Behandlung zusammengefasst werden.

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Anaplasmose

VERBREITETE INFEKTION – MEIST OHNE KLINISCHE SYMPTOME

Anaplasmen werden durch Zecken übertragen. Die Übertragung kann erfolgen, wenn die Zecke sich über einen Zeitraum von mindestens 36 Stunden am Wirtstier festgebissen hat.

Bei ca. 20 bis 30 % aller Hunde in Deutschland können Antikörper gegen dieses Bakterium nachgewiesen werden, das über Zecken auch Menschen infizieren kann.

 

Die meisten infizierten Hunde zeigen lebenslang keinerlei Symptome. Nur in sehr wenigen Fällen entwickelt sich nach der Infektion eine Krankheit. Im Falle einer Erkrankung treten innerhalb von ca. 4 – 7 Tagen unspezifische Symptome wie bei anderen fieberhaften Erkrankungen auf. Über das Blut werden dabei Organe wie die Leber, die Lunge die Nieren oder das Nervensystem angegriffen. Die Behandlung einer Anaplasmose erfolgt mit Antibiotika, durch die in fast allen Fällen innerhalb eines Zeitraumes von wenigen Tagen eine deutliche Besserung der Symptome erreicht werden kann. 

 

Die beste Prophylaxe gegen Anaplasmose stellt ein ganzjähriger Zeckenschutz mit Zeckenhalsbändern oder anderen Präparaten zur Zeckenabwehr dar.

Gras- oder Herbstmilben

WENIG BEKANNTER, ABER LÄSTIGER PARASIT BEI MENSCH UND TIER

Wer kennt die vermeintlichen Mückenstiche nicht, die an Körperteilen auftauchen, an die Stechmücken eigentlich gar nicht gelangen können. Man spürt sie erst, wenn man schon längst nicht mehr draußen ist, oft erst ein oder zwei Tage später, besonders morgens unter der warmen Bettdecke. Die Quaddeln, die sich von Mückenstichen wenig unterscheiden, sitzen an den Fesseln, an den Beinen, am Bauch und anderen meist bedeckten Körperoberflächen, speziell dort, wo die Haut dünn ist und die Kleidung eng anliegt. Aber nicht nur wir Menschen werden davon befallen, auch Hunde und Katzen werden von diesen Plagegeistern heimgesucht, die vielen Menschen unbekannt sind: Es sind die Gras- oder Herbstmilben (auch Erntemilben genannt; Neotrombicula autumnalis), die in vielen Teilen Deutschlands weit verbreitet sind und manch einem Geplagten Rätsel aufgeben. Hunde und Katzen kratzen sich, beißen sich an ihren Pfoten, um den Juckreiz zu stillen. Junge Tiere mit noch dünner Haut sind besonders gefährdet, vor allem zwischen den Ballen, am Bauch, Hündinnen auch an ihrer Schnalle (Schamlippen).

 

Der Milbenbefall (Trombidiose) wird in manchen Gegenden Deutschlands auch "Beiß" oder "Herbstbeiße" genannt; im Englischen heißen die Parasiten "chiggers". So weit man weiß, werden von der Herbstmilbe in Deutschland (anders als in Ostasien) keine Krankheiten übertragen.

 

Wie alle Milben durchläuft die Herbstmilbe ein Larvenstadium. Im Gegensatz zu den Zecken (die zoologisch auch zu den Milben gehören), bei denen in der Regel der Mensch von den ausgewachsenen (adulten) Tieren oder von den Larven gebissen wird, ist es bei den Herbstmilben ausschließlich die Larve, die uns und die Tiere plagt. Sie ist so klein, dass man sie normalerweise nicht sieht: deutlich unter 1 mm, ein rosarotes Tierchen mit sechs Beinen und einem Saugrüssel. Durch diesen Rüssel scheidet es Sekrete aus, mit dem das Gewebe aufgelöst und anschließend aufgesaugt wird. Die Quaddeln tragen an ihrer Spitze ein kleines, kaum sichtbares Bläschen, unter dem sich die Milbe aufhält. Während Mückenstiche, sofern sie sich nicht entzünden, nach kurzer Zeit nicht mehr zu spüren sind, hält das Jucken der Herbstmilbenstiche meist mehrere Tage an.

 

Nach dem Schlüpfen aus dem Ei ersteigen die Larven nicht vor Mitte Juli Grashalme und andere kleine Pflanzen, von denen sie im Vorbeigehen abgestreift werden. Nach dem Vollsaugen fällt die Larve ab und verkriecht sich im Erdboden, wo sie sich zur Nymphe weiter entwickelt. Die Zeit des stärksten Vorkommens der Herbstmilbenlarve liegt in Deutschland in den Monaten August und September. Vermeintliche Herbstmilbenstiche im Frühjahr sind wohl auf andere Ursachen zurückzuführen. Das adulte Tier, das vermutlich im Frühjahr aus der Nymphe schlüpft (der genaue Zeitraum ist nicht ausreichend erforscht), besitzt 8 Beine und ernährt sich von Insekten und deren Eiern. Im Haus kann sich die Herbstmilbe daher nicht vermehren.

Vorbeugung

Behandlung

Fazit

Quelle: © 1996, 2007, 2012 Prof. Dr. Roland Friedrich, Universität Gießen
 

Weitere Informationen finden sich u.a. auf folgenden Web-Seiten:

Eine hervorragende Zusammenfassung ("Trombiculiden und Trombidiose") aus der Zeitschrift für Allgemeinmedizin (2000)

 

Detaillierte Untersuchungen zur Biologie und Ökologie der Herbstmilbe finden sich in einer Dissertation (Univ. Bonn, 2003, 300 Seiten), die wohl derzeit die aktuellste und ausführlichste Arbeit zum Thema Herbstmilbe ist.

WEITERE GESUNDHEITSTHEMEN

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Gesundheit und Zucht

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