Neben seiner ursprünglichen Verwendung als Jagdhund für die Arbeit nach dem Schuss, für die die Ausbildung im Bereich des Jagdwesens im DRC angeboten wird, werden Retriever heute, aufgrund ihrer hohen Lernbereitschaft, Unterordnungsbereitschaft und Arbeitsfreude, in vielen Bereichen eingesetzt.
Sie unterstützen die Arbeit der Polizei oder der Zollbehörden als z. B. als Drogensuchhunde oder sind als Helfer für Hilfsorganisationen als Rettungshunde, auch im Bereich des Mantrailings, vielfach anzutreffen.
Auch als Behindertenbegleithunde, Therapiehunde, Blindendführhunde oder Besuchshunde in Schulen oder im Bereich der Altenpflege eignen sich Retriever durch ihre Menschenfreundlichkeit und ihr ausgeglichenes Wesen.
Die Ausbildung in diesen Bereichen erfolgt häufig durch private Organisationen oder durch in diesem Rahmen gegründete Vereine. Oft werden hierfür die Hunde in den ersten Lebensmonaten zunächst von Patenfamilien betreut und sozialisiert, bevor sie dann zur Ausbildung an die entsprechenden Vereine oder Ausbildungszentren weiter gegeben werden, sofern sie sich als hierfür geeignet erweisen.
Viele Retriever werden auch als Familienhunde gehalten, ohne dass ihnen eine weitere spezielle Aufgabe zukommt. Als Beschäftigungsmöglichkeiten, bei denen der Hundehalter zusammen mit seinem Retriever die Ausbildung durchläuft, bieten sich neben der Dummyarbeit im Bereich des Leistungswesens im DRC z. B. die Rettungshundearbeit oder verschiedene Hundesportarten an.
Heute gibt es eine Vielzahl von Rettungshundestaffeln, sowohl bei Hilfsorganisationen, wie dem „Roten Kreuz“ als auch bei privaten Einrichtungen. Detaillierte Informationen zur Rettungshundearbeit in all ihren verschiedenen Facetten erhält man u.a. beim „Bundesverband Rettungshunde (BRH) e.V.“
Die Rettungshundearbeit umfasst grundsätzlich mehrere Sparten, wie z. B. die Flächensuche, die Trümmersuche, Mantrailing oder die Lawinensuche.
Grundsätzlich ist jede Hunderasse für die Arbeit als Rettungshund geeignet. Ein potentieller Rettungshund sollte eine hohe Arbeits- und Leistungsbereitschaft und ein menschenfreundliches Wesen mitbringen.
Wer sich für die Rettungshundearbeit interessiert, muss wissen, dass auch an den Hundeführer bestimmte Anforderungen gestellt werden. Der Hundeführer muss neben der Bereitschaft zur Arbeit im Rettungsdienst und Katastrophenschutz bereit sein, sich neben dem Wissen zur ersten Hilfe am Menschen auch Kenntnisse im Bereich Einsatztaktik, Schadensbeurteilung und Einsatzmanagement sowie zur Geländeorientierung und im Bereich des Funkwesens anzueignen.
Rettungshundeführer sind ehrenamtlicher Helfer, die Hunde sind ihr Eigentum und leben in der Familie. Die Ausbildung findet meist in der Staffel statt; aber jeder ist auch gefordert, zu Hause weiter zu arbeiten. Die Einsatz-Bereitschaft der Rettungshundestaffeln gilt rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche, in jeder Woche des Jahres!
Ob Hund und Hundeführer den physischen und psychischen Belastungen der Rettungshundearbeit gewachsen sind und den sonstigen Anforderungen an die umfangreiche Ausbildung genügen, wird vor Beginn der Ausbildung geprüft.
Auch im Laufe der Ausbildung selbst und nach Abschluss der Ausbildung werden die Rettungshundeteams in regelmäßigem Turnus immer wieder Prüfungen unterzogen, um die Einsatzfähigkeit zu erhalten.
Rettungshunde können als wichtiges Element des Rettungseinsatzes, z. B. bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt werden. Diese findet meistens im Wald oder sonstigen Grünflächen statt. Bei dieser Flächensuche werden von einem geprüften Rettungshund Flächen in der Größe vom 50.000 qm bis 100.000 qm in einem Zeitraum von einer Stunde abgesucht. Die Ausbildung eines Flächensuchhundes dauert ca. zwei bis drei Jahre. Die Prüfung zum Flächensuchhund muss spätestens nach 24 Monaten wiederholt werden, wenn das Rettungshundeteam weiterhin zur Suche nach vermissten Personen eingesetzt werden soll.
Rettungshunde werden auch zur Suche nach Verschütteten, z. B. durch Gasexplosionen, Erdbeben oder auch Gebäudeeinstürzen aus anderen Gründen eingesetzt. Für den Einsatz bei der Trümmersuche ist aufgrund der möglichen Gefahrensituation eine weitere Ausbildung von Hund und Hundeführer erforderlich, da an die eingesetzten Teams extrem umfangreiche Anforderungen gestellt werden und für die Suche nach verschütteten Personen nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung steht.
Trümmersuchhunde müssen jederzeit kontrollierbar, zuverlässig lenkbar und unbeeindruckt von lauten Umweltgeräuschen, unangenehmen Gerüchen und Menschenmengen sein. Sie dürfen sich ausschließlich in genau festgelegten Abschnitten bewegen und müssen auch auf unangenehmen Untergründen, die schwer begehbar sind, zu jeder Zeit konzentriert arbeiten.
Der Begriff Mantrailing (engl. "man" für Mensch und "trail" für verfolgen) bezeichnet die Suche nach einer bestimmten Person anhand einer individuellen Duftspur.
Sowohl im Bereich der Polizeiarbeit als auch im Rettungshundedienst werden Mantrailer eingesetzt.
Die sehr umfangreiche Ausbildung befähigt den Hund trotz verschiedenartiger Ablenkungen, wie z. B. Verkehr, andere Hunde, Wild, Passanten usw., die Spur einer bestimmten Person anhand des individuellen Geruchsbildes zu identifizieren und zu verfolgen.
Im Unterschied zur Fährtenarbeit, bei der sich der Hund an Bodenverletzungen orientiert – die z. B. im Wald oder im Feld durch Menschen oder Tiere verursacht werden, die über den Boden laufen – orientiert sich der Hund beim Mantrailing an der Duftspur der Zielperson und kann dabei verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden.
Durch sich permanent von der menschlichen Haut ablösende, winzige Hautschuppen, die durch anhaftende Bakterien der individuellen Hautflora jeweils einzigartige Geruchsspuren aufweisen, sind Hunde grundsätzlich in der Lage, Individualgerüche einzelner Menschen zu unterscheiden. Der Mantrailer erhält die Information über die zu suchende Person z. B. anhand eines getragenen Kleidungsstückes. Der Hund darf bei der Suche nur die Spur der gesuchten Person verfolgen und muss auch anzeigen, wenn er die Spur verloren hat oder wenn die Spur plötzlich endet. Die Arbeit des zum Mantrailer ausgebildeten Rettungshundes findet auch in bewohnten Gebieten, auf bebauten Flächen oder in Gebäuden statt.
Der Schwierigkeitsgrad der Suche wird neben den verschiedenartigen Untergründen durch die Witterung, das Alter der Spur, den Ausbildungsstand des Hundes und viele weitere Umweltfaktoren und Ablenkungen bestimmt.
Für sportliche Hunde und aktive Menschen bieten der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), der Deutsche Hundesportverband (dhv) und der Deutsche Verband der Gebrauchshundsportvereine (DVG) verschiedene Hundesportarten an.
Verschiedene dieser Sportarten sind für jeden gesunden Hund geeignet, auch für Retriever. Der Hund sollte u. a. auf HD und ED geröntgt und bewegungsfreudig sein.
Aufgrund der hohen körperlichen Belastung sollten große und schwere, sowie übergewichtige und kranke Hunde allerdings keinen Hundesport ausüben.
Beispielhaft sind hier Informationen zu Agility und Obedience aufgeführt. Weitere Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten des VDH, des dhv und des DVG.
Agility bedeutet: Behändigkeit, Gewandtheit und ist ein aus England stammender Hundesport, bei dem es darum geht, mit hohem Tempo und dabei möglichst fehlerfrei in perfektem Zusammenspiel von Mensch und Hund einen Hindernisparcours zu durchlaufen.
Er ist ein Wettkampfsport in drei Leistungsklassen für Hund und Mensch, der von beiden Tempo, Geschick, schnelle Reaktion, Körpergefühl und sehr viel Koordination verlangt. Der Hundehalter läuft dabei mit "unsichtbarer Leine" neben den Hindernissen her und lenkt seinen Hund lediglich durch Körpersprache und Hörzeichen durch den Parcours.
Der Agility-Parcours wird aus 12 bis 20 Hindernissen zusammengestellt, die in richtiger Reihenfolge bewältigt werden müssen.
Die vielfältigen Hindernisse – Sprunghürden, Reifen, Tisch, Tunnel, Slalom und Wippe, um nur einige zu nennen – beanspruchen und trainieren verschiedenste Fähigkeiten des Hundes, z. B. Körperbeherrschung, Flexibilität, Konzentration und Augenmaß. Jedes Hindernis stellt dem Hund eine andere Aufgabe und jeder Parcours ist durch die individuelle Kombination der verschiedenen Elemente anders.
Die Höhe der zu überwindenden Hindernisse wird, abhängig von der Größe des Hundes, ebenfalls in drei Klassen eingeteilt.
Wenn Sie mit Ihrem Retriever Agility betreiben, haben Sie beide Spaß an frischer Luft und Bewegung. Der Hund kann laufen, springen und balancieren. Agility hält Hund und Mensch fit und fördert den Gehorsam und einen sicheren Umgang des Hundes mit Menschen.
Agility gibt dem Retriever körperliche Auslastung, Aufgaben, die ihn fordern und Arbeit, die seine Sinne und Muskeln beansprucht. Aufgrund der hohen körperlichen Belastung sollten große und schwere, sowie übergewichtige und kranke Hunde diesen Sport allerdings nicht ausüben.
Diese aus England stammende Hundesportart wird seit 2002 in Deutschland von den Hundesportverbänden des VDH aktiv betrieben. Jährlich werden dabei mehr als 250 Wettkämpfe ausgerichtet.
Der Sinn von Obedience liegt darin, Hundesportlern die Möglichkeit der Beschäftigung für ihren Hund zu geben. Vom Hund wird dabei präziser Gehorsam, Arbeitsgeschwindigkeit und Apportierfreude gefordert. Darüber hinaus ist eine freudige Teamarbeit zwischen Hund und Mensch und Präzision bei der Ausführung der Aufgaben essentiell für eine erfolgreiche Teilnahme.
Präzises und regelmäßiges Training, Spaß an Gehorsamkeitsübungen und ein gewisses Maß an Ehrgeiz, der für den Hund nicht schädlich sein darf, sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg in dieser Wettkampfsportart, die in verschiedenen Leistungsklassen ausgerichtet wird. Die Arbeitsfreude der Hunde steht dabei im Vordergrund und die Sozialverträglichkeit aller Hunde wird bei Wettkämpfen ständig überprüft.
Das Apportieren von Objekten unterschiedlicher Materialien (Holz, Metall, Kunststoff) wird durch den Hundeführer nur durch Hör- und Satzzeichen aus großer Entfernung gelenkt. Die Kontrolle des Hundes auf Distanz erfordert die vollständige Beherrschung der Basishörzeichen. Der Hund muss auf Anweisung hin zwischen Sitz-, Steh- und Platz-Positionen wechseln und beim Schicken auf Markierungspunkte lenkbar sein. Zum Apport wird der Hund gezielt zu einem von drei ausgelegten Apportiergegenständen geschickt und darf nur den vorher bestimmten Gegenstand apportieren. Die Geruchsidentifikation stellt eine weitere Aufgabe dar, bei der der Hund aus mehreren identischen Gegenständen denjenigen herausfinden muss, der vorher vom Hundeführer berührt wurde.
Neben den oben beschriebenen Hundesportarten Obedience und Agility bieten die Hundesportverbände des VDH weitere Disziplinen, wie z. B. Rallye-Obedience, Dogdance, Hoopers, usw. an. Detailliertere Informationen zu diesen und weiteren Hundesportarten finden Sie auf der Homepage des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH).
In Kürze lassen sich die drei oben genannten Hundesportarten wie folgt beschreiben:
Diese relativ junge Sportart aus den USA verlangt in einer Kombination aus Parcours und Obedience-Übungen gleichzeitig Tempo und Präzision, wobei der Spaß für Mensch und Hund im Vordergrund steht.
Auch hierbei durchläuft der Hundeführer mit seinem Hund einen vorgegebenen Parcours, dessen Aufgaben aus klassischen Gehorsamsübungen, wie Sitz-, Platz- und Steh-Kommandos, aber auch Kombinationen aus diesen, besteht. Schilder an den Stationen des Parcours geben an, welche Aufgabe dort zu erledigen ist. Dabei kann es sich darum handeln, einen Slalom durch Pylonen zu laufen oder den Hund über eine Hürde voraus zu schicken. Weiter sind Bleib- oder Abrufübungen, Richtungsänderungen oder Kreise zu absolvieren oder der Weg führt vorbei an gefüllten Futternäpfen, die der Hund nicht antasten darf.
Dog Dancing wird in zwei verschiedenen Klassen ausgeführt und bewertet. Freestyle bezeichnet die überzeugende Umsetzung eines musikalischen Themas mit frei bestimmbaren Elementen, Figuren oder Sprüngen. Beim Heelwork werden vorgeschriebene Positionen ausgearbeitet, wobei die tänzerische Ausdruckskraft von Hund und Mensch im Vordergrund steht.
Die Choreografie wird, zugeschnitten auf den Hund und den Menschen, erarbeitet und umfasst ein großes Spektrum von witzig über spannend bis klassisch elegant.
Diese Sportart, ist auch für ältere Hunde und für Hundeführer geeignet, die selbst keinen Parcours, wie z. B. beim Agility mehr ablaufen können.
Auch beim Hoopers ist ein Geräteparcours in einer bestimmten Reihenfolge zu durchlaufen. Die Hindernisse – z. B. Tonnen, Bögen, Tunnel oder Zäune – müssen aber nicht übersprungen werden. Der Hundeführer läuft hier nicht mit dem Hund über den Parcours, sondern bleibt, nachdem er den Hund an den Start des Parcours gebracht hat, in einem festgelegten Führerbereich und führt den Hund von dort aus mit Körpersprache, Sicht- und Hörzeichen auf Distanz durch den Parcours.
Retriever werden nicht zuletzt aufgrund ihrer Menschenfreundlichkeit, ihrer Sensibilität, ihrer Anpassungsfähigkeit und ihrer Unterordnungsbereitschaft z. B. auch als Behindertenbegleithund, Therapiehund, Blindenführhund, Warnhund für Epilepsie oder Diabetes oder als Besuchshund in Schulen oder Altenpflege- und Behinderteneinrichtungen eingesetzt.
Die Ausbildung für diese Einsatzbereiche ist umfangreich und nicht jeder Retriever ist dafür geeignet. Häufig werden Welpen zunächst in Patenfamilien aufgenommen, die sie mit entsprechender Sozialisierung und Prägung in ihren ersten Lebensmonaten betreuen. Stellt sich der Retriever im Anschluss an diese Phase als geeignet für die weitere Ausbildung heraus, wird diese z. B. von eigens dafür gegründeten Vereinen betreut, bevor der Hund mit betroffenen Menschen zusammengeführt wird.
Beispielhaft dafür seien hier drei Vereine genannt, auf deren Homepages Sie weitere Informationen zum Thema finden: