Erkrankungen der inneren Organe

  1. Grundsätzlich können auch unsere Retriever – ähnlich wie wir Menschen – an Erkrankungen der inneren Organe leiden, die durch Umwelteinflüsse, schlechte Haltungsbedingungen, Unfälle, Vergiftungen und andere Faktoren oder einfach nur durch den natürlichen Alterungsprozess ausgelöst werden können. Dazu gehören u. a. sämtliche Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, des Herzens, der Lunge, der Nieren und der Leber sowie Stoffwechselerkrankungen wie z. B. Diabetes Mellitus, Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse, Störungen der Nebennierenfunktion und auch immunologische Erkrankungen.

     

    Die Möglichkeiten der Diagnostik und der Behandlung von Erkrankungen werden durch die moderne Wissenschaft ständig verbessert und erweitert. Sollte Ihr Retriever Verhaltensauffälligkeiten oder Symptome zeigen, bei denen Sie den Eindruck haben, dass seine Lebensfreude und Vitalität eingeschränkt oder vermindert ist, stellen Sie Ihren vierbeinigen Hausgenossen dem Tierarzt Ihres Vertrauens vor. In den meisten Fällen wird er die Ursache finden und behandeln können.

     

    Die hier beispielhaft aufgeführten Erkrankungen treten beim Retriever nicht überdurchschnittlich häufig auf.

Herzerkrankungen

DER MOTOR DES LEBENS

          1. Die große Mehrheit unserer Retriever ist zum Glück mit einem gesunden Herzen ausgestattet. Die Überprüfung der Herzfunktion erfolgt bereits in der 8. Lebenswoche. Zu dieser Zeit werden bei Welpen erste vorbeugende Impfungen gegen Infektionskrankheiten durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit findet eine allgemeine Untersuchung mit Auskultation (Abhorchen) der Herzgeräusche statt. Hierbei können bereits Abweichungen von der Norm festgestellt werden.
        1. Später während des Wachstums kann der Hundehalter am Verhalten seines Junghundes eventuelle Abweichungen (schnelles Ermüden, länger anhaltende Atemnot) feststellen und abklären lassen.

        2. Nach dem ersten Geburtstag werden die Junghunde in der Regel – zur Abklärung einer eventuellen Hüft- oder Ellbogendysplasie – geröntgt. Hierbei führt der Tierarzt vor Beginn einer Narkose oder Sedierung eine gründliche Untersuchung der Herz- und Lungengeräusche durch, um eventuellen Narkose-Risiken vorzubeugen. Falls sich bei diesen Untersuchungen Abweichungen von normalen Befunden ergeben, empfiehlt der Tierarzt die Konsultation eines Herzspezialisten (Kardiologen).

          Die für Herzkrankheiten spezialisierten Tierärzte haben einen Arbeitskreis gebildet – das Collegium Cardiologicum  – und führen in diesem ihre Weiterbildungen und Prüfungen für Kollegen durch, die damit ihre Mitgliedschaft im CC erlangen.
          Der DRC e. V. hält Kontakt mit dem CC, um in enger Abstimmung eventuell vermehrt auftretende Befunde abklären und weitere mögliche Maßnahmen ergreifen zu können.

          Eine informative Homepage über Erkrankungen am Herzen von Hunden wurde von Tierärzten der Abteilung für Tierkardiologie der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München erstellt. Wir erhielten die Erlaubnis, sie hier zu verlinken.

Megaoesophagus

Die erweiterte Speiseröhre

        1. Wie bei verschiedenen anderen Haustieren kann auch beim Hund diese Erweiterung der Speiseröhre erblich bedingt oder in Folge einer Erkrankung vorkommen. Ein Megaoesophagus führt dazu, dass aufgrund fehlender Peristaltik oder einer Verengung der Speiseröhre Futter nicht auf normalem Wege in den Magen gelangt und in der Speiseröhre verbleibt.

          Ein erworbener Megaoesophagus kann in jedem Alter auftreten und sowohl durch Tumoren oder Abszesse als auch durch neurologische oder muskuläre Störungen, Vergiftungen oder andere Ursachen ausgelöst werden. Ein angeborener Megaoesophagus verursacht bei Welpen meist bei der Umstellung von Milch auf feste Nahrung, die an der Engstelle stecken bleibt, Symptome wie Regurgitieren. Die Regurgitaion unterscheidet sich dabei vom Erbrechen dadurch, dass die aufgenommene Nahrung ohne Anzeichen von Übelkeit, Aufstoßen oder Bauchpresse aus der Speiseröhre durch das Maul zurückfließt und nicht aus dem Magen wieder ausgestoßen wird.

          Die Diagnosestellung durch den Tierarzt erfolgt aus den klinischen Symptomen und mittels einer Röntgenaufnahme des Brustkorbes. Bei einem erworbenen Megaoesophagus lässt sich unter Umständen durch einen rechtzeitigen chirurgischen Eingriff die Ursache mit guter Prognose beheben. Erfolgt in diesen Fällen der Eingriff zu spät, besteht die Gefahr, dass die Aufweitung der Speiseröhre sich nicht oder nur unvollständig zurückbildet.

          Gelegentlich bildet sich eine angeborene Speiseröhrenerweiterung im Alter von 6 Monaten spontan zurück. Eine operative oder medikamentöse Therapie ist in diesen Fällen nicht möglich. Durch eine angepasste Futterkonsistenz mit häufigen kleinen Mahlzeiten in erhöhter Position kann die Schwerkraft dazu beitragen, dass das aufgenommene Futter in den Magen gelangt und nicht in der Speiseröhre verbleibt, damit deren Ausweitung nicht voranschreitet.

        2.  

          Wir verweisen hier auf einen weiterführenden Artikel von Dr. med. vet. Iwan Burgener im Schweizer Hunde-Magazin.

Krebserkrankungen

HÄUFIG KRANKHEIT ÄLTERER SÄUGETIERE – LEIDER AUCH BEIM HUND

        1. Krebs ist ein Überbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Tumorerkrankungen, denen gemein ist, dass sich Zellen unkontrolliert vermehren und schließlich auch über das Blut oder die Lymphe an andere Stellen des Körpers streuen und dort sogenannte Metastasen bilden. Eine umfassende Übersicht über die häufigsten Tumorarten finden Sie z. B. auf den Seiten der Tierklinik Hofheim.

           

          Die Krebsforschung läuft weltweit schon seit vielen Jahren auf Hochtouren. Auch wenn jeweils aktuelle Forschungsergebnisse immer neue Erkenntnisse bringen und neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen, ist Krebs – leider auch beim Hund – eine Erkrankung, die häufig im fortgeschrittenen Alter auftritt.

Entstehung von Tumoren

Eigenschaften einer Tumorzelle

Die Tumormechanismen

Einige praktische Konsequenzen, die sich aus dem Vorgesagten ableiten lassen:

Schlussbemerkungen

Quelle:

© 2004, 2012. Prof. Dr. Roland Friedrich

Professor i .R. für Virologie und molekulare Onkologie

am Universitätsklinikum Gießen

Epilepsie

Ursachen, Diagnostik, Behandlungmöglichkeiten

Sich wiederholende, spontane Krampfanfälle, die in unterschiedlicher Intensität auftreten können und entweder ohne erkennbare Ursachen bzw. Grunderkrankungen oder aufgrund von vorhandenen Krankheiten, wie z. B. Tumoren, Kopfverletzungen, bestimmten Erkrankungen der inneren Organe oder Stoffwechselstörungen ausgelöst werden, bezeichnet man heute mit dem Begriff Epilepsie oder in früheren Jahrhunderten als "Fallsucht".

Leider ist auch ein Anteil von ca. 0,1 % der im DRC gezüchteten Retriever davon betroffen. Eine prophylaktische Diagnostik, mit der ausgeschlossen werden kann, dass ein Hund im Laufe seines Lebens jemals einen epileptischen Anfall erleidet, steht leider nicht zur Verfügung.

Die Sammlung von Datenmaterial und Blutproben von betroffenen Hunden ist für den DRC von besonderer Bedeutung. Deshalb beteiligt sich der DRC unter den auf dieser Seite beschriebenen Bedingungen an den Kosten für eine Ausschlussdiagnostik durch die Gewährung eines Kostenzuschusses an betroffene Hundebesitzer.

 

Der folgende Text wurde uns freundlicherweise von dem Veterinärneurologen Dr. Rentmeister zur Verfügung gestellt. Der Autor hat im Juni 2012 im Rahmen der DRC-Züchterversammlungen einen Vortrag mit gleichem Thema gehalten. DRC-Mitglieder finden diesen Text auch in der Clubzeitung 08/2012. 

 

Was ist Epilepsie und woher kommt sie?

Epilepsie ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der es zu übermäßiger Aktivität von Nervenzellen und durch Erregungsausbreitung schließlich zu Krampfanfällen kommt. Unterschieden werden:

  • Die primäre (oder idiopathische) Epilepsie. Bei dieser Krankheit kommt es durch eine vererbte Veranlagung zu einer – im Vergleich zu gesunden Tieren – erniedrigten Reizschwelle für Übererregungen im Gehirn. Bei einigen Hunderassen (z. B. Golden Retriever, Labrador Retriever, Collie, Berner Sennenhund, Beagle und viele mehr) ist sicher nachgewiesen, dass die primäre Epilepsie eine Erbkrankheit ist. Erkrankte Tiere sollten daher prinzipiell von der Zucht ausgeschlossen werden. Die Anfälle fangen durchschnittlich im Alter von eineinhalb bis fünf Jahren an. Katzen erkranken wesentlich seltener als Hunde.
  • Die sekundäre (oder symptomatische) Epilepsie. Die Krämpfe werden hierbei durch andere Grundkrankheiten hervorgerufen. Dies können einmal innere Krankheiten (z. B. Leber- und Nierenerkrankungen, Störungen im Elektrolythaushalt, Schilddrüsenunterfunktion) oder Krankheiten des Gehirnes (z. B. Tumoren, Entzündungen, Missbildungen) sein. Die Krämpfe können in jedem Lebensalter auftreten, besonders verdächtig sind aber Krämpfe bei sehr jungen oder sehr alten Tieren.

Bei beiden Epilepsieformen gibt es Anfälle in verschiedener Stärke und Ausprägung. Beim „klassischen“ generalisierten Anfall ist der Patient nicht ansprechbar, liegt in Seitenlage, macht Ruderbewegungen mit den Beinen, setzt Harn und Kot ab, speichelt vermehrt, verdreht die Augen, klappert mit dem Kiefer und zeigt starke Krämpfe. Die Anfälle dauern in der Regel zwei bis maximal zehn Minuten. Die Tiere sind danach meistens sehr müde oder desorientiert.

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Der EPI-Fonds im DRC

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