Die ursprünglich als Jagdhunde für die Arbeit nach dem Schuss gezüchteten Retriever werden heute, aufgrund ihrer hohen Lernbereitschaft, Unterordnungsbereitschaft und Arbeitsfreude, in vielen Bereichen eingesetzt. Sie unterstützen die Arbeit der Polizei oder der Zollbehörden z. B. als Drogensuchhunde oder sind als Helfer für Hilfsorganisationen als Rettungshunde, auch im Bereich des Mantrailings, vielfach anzutreffen.
Auch als Behindertenbegleithunde, Therapiehunde, Blindendführhunde oder Besuchshunde in Schulen oder im Bereich der Altenpflege eignen sich Retriever durch ihre Menschenfreundlichkeit und ihr ausgeglichenes Wesen.
Viele Retriever werden als Familienhunde gehalten, ohne dass ihnen eine weitere spezielle Aufgabe zukommt. Als Beschäftigungsmöglichkeiten, bei denen der Hundehalter zusammen mit seinem Retriever die Ausbildung durchläuft, bieten sich z. B. die Dummyarbeit, die Rettungshundearbeit oder verschiedene Hundesportarten an.
Rettungshunde können als wichtiges Element des Rettungseinsatzes, z. B. bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt werden. Diese findet meistens im Wald oder sonstigen Grünflächen statt. Aber auch zur Suche nach Verschütteten, z. B. durch Gasexplosionen oder auch Erdbeben, wird der Rettungshund eingesetzt.
Rettungshundeführer sind ehrenamtlicher Helfer, die Hunde sind ihr Eigentum und leben in der Familie. Die Ausbildung findet meist in der Staffel statt; aber jeder ist auch gefordert, zu Hause weiter zu arbeiten. Die Einsatz-Bereitschaft der Rettungshundestaffeln gilt rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche, in jeder Woche des Jahres!
Geschichtlich betrachtet spielte der Einsatz von Rettungshunden in den beiden Weltkriegen vornehmlich in Sanitätseinheiten eine Rolle. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde die Rettungshundearbeit außer bei der Bergwacht zunächst nur noch von einigen Individualisten betrieben. Das beharrliche Bemühen dieser Spezialisten, ihre gut ausgebildeten Suchhunde in die Aufgaben und Arbeit der Rettungsdienste einzubringen, wurde schließlich belohnt.
Heute gibt es eine Vielzahl von Rettungshundestaffeln, sowohl bei Hilfsorganisationen als auch bei privaten Einrichtungen.
Aber alle haben eines zum Ziel: Menschleben retten!
Sowohl im Bereich der Polizeiarbeit als auch im Rettungshundedienst werden Mantrailer eingesetzt. Im Unterschied zur Fährtenarbeit, bei der sich der Hund an Bodenverletzungen orientiert – die z. B. im Wald oder im Feld durch Menschen oder Tiere verursacht werden, die über den Boden laufen – orientiert sich der Hund beim Mantrailing (engl. "man" für Mensch und "trail" für verfolgen) an der Duftspur der Zielperson.
Der Mantrailer kann bei der Suche verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden und sich trotz vieler Verleitungen an den Geruchsmerkmalen der gesuchten Person orientieren. Er kann die Spur von Menschen, die z. B. durch verlorene Hautschuppen entsteht, auch auf bebauten Flächen und in Gebäuden verfolgen. Auch wenn die verfolgte Spur bereits mehrere Stunden oder Tage alt ist kann sie auch unter schwierigen Voraussetzungen und wechselnden verschiedenartigen Untergründen von einem Mantrailer noch verfolgt werden.
Für sportliche Hunde und aktive Menschen bieten der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), der Deutsche Hundesportverband (dhv) und der Deutsche Verband der Gebrauchshundsportvereine (DVG) verschiedene Hundesportarten an. Verschiedene dieser Sportarten sind für jeden gesunden Hund geeignet, auch für Retriever. Der Hund sollte u. a. auf HD und ED geröntgt und bewegungsfreudig sein.
Aufgrund der hohen körperlichen Belastung sollten große und schwere, sowie übergewichtige und kranke Hunde allerdings keinen Hundesport ausüben.
Beispielhaft sind hier Informationen zu Agility und Obedience aufgeführt. Weitere Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten des VDH, des dhv und des DVG.
Agility bedeutet Behändigkeit, Gewandtheit und ist ein aus England stammender Hundesport, für den es inzwischen sogar Weltmeisterschaften gibt. An der 1999 in Dortmund ausgerichteten Weltmeisterschaft nahmen auch Retriever teil.
Er ist ein Freizeitsport für Hund und Mensch, der von beiden Tempo und Geschick verlangt. In dessen Mittelpunkt steht ein dem Pferdesport nachempfundener Hindernisparcours – bestehend aus Sprunghürden, Reifen, Tisch, Tunnel, Slalom und Wippe, um nur einige zu nennen – den es zu überwinden gilt. Der Agility-Parcours wird aus 12 bis 20 Hindernissen zusammengestellt, die in richtiger Reihenfolge bewältigt werden müssen.
Agility bedeutet körperliche Auslastung, Aufgaben, die den Hund und seinen Halter fordern und Arbeit, die die Sinne und Muskeln beanspruchen. Aufgrund der hohen körperlichen Belastung sollten große und schwere, sowie übergewichtige und kranke Hunde diesen Sport allerdings nicht ausüben.
Diese aus England stammende Hundesportart fordert vom Hund präzisen Gehorsam, Arbeitsgeschwindigkeit, Apportierfreude und eine freudige Teamarbeit zwischen Hund und Mensch.
Bei dieser seit 2002 in Deutschland von den Hundesportverbänden im VDH angebotenen Sportart steht die Präzision in der Ausführung der Übungen im Vordergrund. Das Apportieren von Objekten unterschiedlicher Materialien (Holz, Metall, Kunststoff) wird durch den Hundeführer nur durch Hör- und Satzzeichen aus großer Entfernung gelenkt.
Präzises und regelmäßiges Training, Spaß an Gehorsamkeitsübungen und ein gewisses Maß an Ehrgeiz, der für den Hund nicht schädlich sein darf, sind Grundvoraussetzungen für den Erfolg in dieser Wettkampfsportart, die in verschiedenen Leistungsklassen ausgerichtet wird.
Neben den oben beschriebenen Hundesportarten Obedience und Agility bieten die Hundesportverbände des VDH weitere Disziplinen, wie z. B. Rallye-Obedience, Dogdance, Hoopers, usw. an. Detailliertere Informationen zu diesen und weiteren Hundesportarten finden Sie auf der Homepage des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH).
In Kürze lassen sich die drei oben genannten Hundesportarten wie folgt beschreiben:
Diese relativ junge Sportart aus den USA verlangt in einer Kombination aus Parcours und Obedience-Übungen gleichzeitig Tempo und Präzision, wobei der Spaß für Mensch und Hund im Vordergrund steht.
Auch hierbei durchläuft der Hundeführer mit seinem Hund einen vorgegebenen Parcours, dessen Aufgaben aus klassischen Gehorsamsübungen, wie Sitz-, Platz- und Steh-Kommandos, aber auch Kombinationen aus diesen, besteht. Schilder an den Stationen des Parcours geben an, welche Aufgabe dort zu erledigen ist. Dabei kann es sich darum handeln, einen Slalom durch Pylonen zu laufen oder den Hund über eine Hürde voraus zu schicken. Weiter sind Bleib- oder Abrufübungen, Richtungsänderungen oder Kreise zu absolvieren oder der Weg führt vorbei an gefüllten Futternäpfen, die der Hund nicht antasten darf.
Dog Dancing wird in zwei verschiedenen Klassen ausgeführt und bewertet. Freestyle bezeichnet die überzeugende Umsetzung eines musikalischen Themas mit frei bestimmbaren Elementen, Figuren oder Sprüngen. Beim Heelwork werden vorgeschriebene Positionen ausgearbeitet, wobei die tänzerische Ausdruckskraft von Hund und Mensch im Vordergrund steht.
Die Choreografie wird, zugeschnitten auf den Hund und den Menschen, erarbeitet und umfasst ein großes Spektrum von witzig über spannend bis klassisch elegant
Diese Sportart ist auch für ältere Hunde und für Hundeführer geeignet, die selbst keinen Parcours, wie z. B. beim Agility mehr ablaufen können.
Auch beim Hoopers ist ein Geräteparcours in einer bestimmten Reihenfolge zu durchlaufen. Die Hindernisse – z. B. Tonnen, Bögen, Tunnel oder Zäune – müssen aber nicht übersprungen werden. Der Hundeführer läuft hier nicht mit dem Hund über den Parcours, sondern bleibt, nachdem er den Hund an den Start des Parcours gebracht hat, in einem festgelegten Führerbereich und führt den Hund von dort aus mit Körpersprache, Sicht- und Hörzeichen auf Distanz durch den Parcours.
Retriever werden nicht zuletzt aufgrund ihrer Menschenfreundlichkeit, ihrer Sensibilität, ihrer Anpassungsfähigkeit und ihrer Unterordnungsbereitschaft z. B. auch als Behindertenbegleithund, Therapiehund, Blindenführhund, Warnhund für Epilepsie oder Diabetes oder als Besuchshund in Schulen oder Altenpflege- und Behinderteneinrichtungen eingesetzt.
Die Ausbildung für diese Einsatzbereiche ist umfangreich und nicht jeder Retriever ist dafür geeignet. Häufig werden Welpen zunächst in Patenfamilien aufgenommen, die sie mit entsprechender Sozialisierung und Prägung in ihren ersten Lebensmonaten betreuen. Stellt sich der Retriever im Anschluss an diese Phase als geeignet für die weitere Ausbildung heraus, wird diese z. B. von eigens dafür gegründeten Vereinen betreut, bevor der Hund mit betroffenen Menschen zusammengeführt wird.
Beispielhaft dafür seien hier drei Vereine genannt, auf deren Homepages Sie weitere Informationen zum Thema finden: