DIE JAGDLICHE RETRIEVERARBEIT

Retriever wurden ursprünglich als Jagdhunde für die Arbeit nach dem Schuss gezüchtet. Ihre Aufgabe bestand darin, bei der Jagd erlegtes Federwild und Niederwild zu suchen und dem Hundeführer zu bringen ("to retrieve").

Für die hauptsächliche Verwendung als Wasser- und Apportierhunde für Flugwild waren folgende Eigenschaften besonders wichtig:

  1. weiches Maul
  2. Wasserfreude
  3. Arbeitspassion
  4. Standruhe

Ein häufiger Grund für Jäger, sich für einen Retriever zu entscheiden, ist die Tatsache, dass die meisten dieser Hunde verhältnismäßig leicht auszubilden und zu führen sind. Ein "starkes Bedürfnis, dem Führer Freude zu bereiten" (will to please) ist teils sogar ausdrücklich im Rassestandard gefordert. Dies hat dazu geführt, dass in diversen Linien durch entsprechende Zuchtwahl Eigenschaften wie Führigkeit und Arbeitspassion in gleichem Maße gefördert wurden (überbetonte Passion gepaart mit wenig Führigkeit gilt genauso als fehlerhaft wie mangelnde Passion gepaart mit ausgeprägter Führigkeit).

 

DENNOCH MUSS MAN SICH KLARMACHEN, DASS SICH AUCH EIN LEICHTFÜHRIGER HUND NICHT VON SELBER ERZIEHT, SELBST WENN MAN GELEGENTLICH ERSTAUNT IST, WAS DIESE TIERE EINFACH DEM FÜHRER ZULIEBE TUN.

Einsatzmöglichkeiten

Besonderheiten einzelner Rassen

Jagdliche Zuchtprüfungen im DRC

ERKENNEN VON ANLAGEN

Zur Feststellung der Anlagen des Retrievers führt der DRC jagdliche Zuchtprüfungen durch, bei denen die Feststellung der natürlichen Anlagen des Jagdhundes im Hinblick auf seine Eignung und zukünftige Verwendung im vielseitigen Jagdgebrauch und als Zuchthund erfolgt.

 

Die jagdethische Forderung weist dem Jagdhund seine Hauptaufgabe in der Arbeit nach dem Schuss zu. Für diese Form der jagdlichen Arbeit ist der Retriever im Besonderen gezüchtet. Darum haben die Richter ihr besonderes Augenmerk auf die Feststellung dieser Anlagen und Eigenschaften zu richten, die den Spezialisten nach dem Schuss befähigen und auszeichnen. Nämlich sehr gute Nase, gepaart mit Findewillen, Arbeitsfreude und Wesensfestigkeit, die sich zusammen mit den Anlagen der Arbeitsruhe, Konzentration, Wasserfreude sowie seiner besonderen Begabung sich Fallstellen des Wildes merken zu können, innerhalb der einzelnen Aufgaben zeigen sollen.

 

Der Nachweis dieser Zuchtprüfungen ist, neben anderen Kriterien, als Voraussetzung für die Erteilung einer Zuchtzulassung für einen Hund, in verschiedenen Zuchtordnungen für die Retrieverrassen im DRC aufgeführt. Darüber hinaus sind die Ergebnisse dieser Zuchtprüfungen für den DRC als Zuchtverein aber auch für Retriever von Interesse, für die keine Zuchtzulassung angestrebt wird. Die Zuchtprüfungen dienen auch dem Erkennen des Erbwertes der Eltern, dessen Feststellung durch Prüfungen möglichst vieler Wurfgeschwister erleichtert wird.

Jagdliche Anlagensichtung (JAS)

Bringleistungsprüfung (BLP)

Tolling-Prüfung (TP/Toller) bronze

Tolling-Prüfung (TP/Toller) silber

Jagdliche Leistungsprüfungen im DRC

BEWERTEN VON LEISTUNG UND ARBEITSSTIL

Zur Bewertung der Leistungen im Rahmen der durch Ausbildung und Konditionierung erworbenen Fähigkeiten unserer Retriever führt der DRC jagdliche Leistungsprüfungen durch.

 

Ziel der Leistungsprüfungen ist es, die besten Hunde herauszustellen. Dabei richtet sich die besondere Aufmerksamkeit auf die natürliche Fähigkeit der Hunde, geschossenes Wild zu finden und weichmäulig zu apportieren, deren gute Markier- und Merkfähigkeit, ihre Initiative und einen ansprechenden Arbeitsstil („Style“) sowie ihren „will to please“ und ihre Nasenleistung.

Leistungsprüfungen zeigen deshalb die hervorragenden Eigenschaften der Retriever, indem sie hohe Anforderungen an die Nasenleistung, Lenkbarkeit, Merkfähigkeit und Apportierfreudigkeit der Hunde stellen. Bei seiner Arbeit soll der Hund ein ausgeglichenes Temperament und "guten Stil" zeigen, standruhig und leichtführig sein, ohne dabei an Selbständigkeit zu verlieren.

Einwirkungen des Hundeführers sollten nur als unentbehrliche Ergänzung dieser Eigenschaften betrachtet werden.

Retrievergebrauchsprüfung (RGP)

Dr.-Heraeus-Gedächtsnis-Prüfung (HP/R)

St.-John’s Retrieverprüfung (SRP)

Vereins-Schweißprüfung (R/SwP)

Schweißprüfung ohne Richterbegleitung (SwP/o.Rb.)

Prüfung nach dem Schuss (PnS)

Veranstaltungen

JAGDHELFER FÜR DIE ARBEIT NACH DEM SCHUSS – DIE PASSION DES RETREIVERS

Auch wenn der Retriever als Jagdhund für das Apportieren von erlegtem Federwild und Niederwild gezüchtet wurde, ist eine zielgerichtete Ausbildung des Hundes vor einer jagdlichen Prüfung unerlässlich. Vor dem tatsächlichen Einsatz bei der Jagd muss der Retriever seinen Arbeitswillen und seine Zuverlässigkeit als Jagdhund bei einer Prüfung unter Beweis stellen, bei der Situationen, wie sie bei der Jagd entstehen, nachgestellt werden.

In welcher Art sich die Arbeitsweise des Retrievers von der anderer Jagdhunderassen unterscheidet und für welche Aufgaben er bei der Jagd besonders prädestiniert ist, erschließt sich dem Beobachter nur durch persönliche Wahrnehmung.

Die Bezirks- und Landesgruppen im DRC führen entsprechende Prüfungen durch und bieten Ausbildungskurse im Bereich der jagdlichen Retrieverarbeit an. Nach Rücksprache mit den jeweiligen Veranstaltern sind auch Zuschauer bei diesen Veranstaltungen zugelassen. Hier finden Sie die richtigen Ansprechpartner in Ihrer Region.

DER DRC VOR ORT

Weitere Aktivitäten

Das Leistungswesen

Das Schauwesen

Weitere Prüfungen im DRC

Die Retrieverarbeit außerhalb des DRC